5. Erleichterte Integration dank schnelleren Verfahren

Die Beschleunigung der Verfahren bedeutet für schutzbedürftige Personen vor allem eines: Sie müssen weniger lang mit der Unsicherheit über den Ausgang ihrer Asylverfahren leben. Dies verbessert die Integrationschancen nachhaltig.

Die negativen Folgen langer Asylverfahren sind bekannt und belegt. Sie tangieren sowohl die betroffenen Personen selbst, als auch die Schweizer Gesellschaft. Dem soll entgegengewirkt werden. Deshalb ist die Beschleunigung der Asylverfahren ein Kernanliegen der Asylgesetzrevision: Durch sie soll die Integration von Schutzbedürftigen gefördert und erleichtert werden.

Die Zeit des ungewissen Wartens – in welcher es den betroffenen Schutzsuchenden nicht möglich ist, längerfristige Zukunftsperspektiven in der Schweiz zu entwickeln – dauert im aktuellen System oft sehr lang, bis zu mehreren Jahren.

Schnellere Asylverfahren erleichtern die Integration in den Arbeitsmarkt.

Schnellere Asylverfahren erleichtern die Integration in den Arbeitsmarkt.

Der Zugang zum Arbeitsmarkt, zu einer Lehre, zur Schule (d.h. alles, was über den Grundschulunterricht hinaus geht) oder auch zu einer eigenen Wohnung wird Asylsuchenden durch die Ungewissheit über ihren Verbleib in der Schweiz massiv erschwert. In den meisten Fällen sind die Asylsuchenden während des Verfahrens quasi zur Untätigkeit gezwungen. Die Zeit bis zum Asylentscheid wird dadurch zu einer «verlorenen» Zeit. Dies hat in vielen Fällen negative Folgen für die Integration der betroffenen Personen, wie verschiedene Studien zeigen. Die so entstehende Lücke im Lebenslauf ist für die Integration in den Arbeitsmarkt hinderlich. Untätig sein zu müssen stellt für die Betroffenen und ihre Familien oft eine grosse Belastung dar – weil sie in aller Regel arbeiten und selbst für den eigenen Lebensunterhalt aufkommen wollen. In unserer Gesellschaft, in welcher Arbeitstätigkeit einen hohen Stellenwert einnimmt, bedeutet dies in vielen Fällen nicht nur einen herben Schlag für das Selbstvertrauen der betroffenen Personen sondern auch deren soziale Prekarisierung.

Die in der Asylgesetzrevision vorgesehenen beschleunigten Asylverfahren sind allerdings nur dann effizient und rechtsstaatlich, wenn die Triage zwischen dem beschleunigten und dem erweiterten Verfahren zielführend gehandhabt wird. Diese muss daher unabhängig von einer Behandlungsstrategie getroffen werden und auf der Frage basieren, ob ein Verfahren voraussichtlich einfach zu entscheiden ist. Fälle von Personen, denen Schutz gewährt wird, sollten, wenn immer möglich, besonders rasch entschieden werden. Nur so ist die intendierte rasche Integrationsperspektive für Schutzbedürftige, die zentral für die Glaubwürdigkeit des neuen Asylverfahrens ist, zu erreichen.